Geschrieben von: Administrator    Sonntag, den 22. April 2012 um 21:44 Uhr
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Die Altkleider-Lüge – wie Ihre gut gemeinte Spende zu weiterer Verarmung ganzer Bevölkerungsschichten in Afrika führt

Die Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes lieben Ihre Arbeit. Wöchentlich entleert einer von Ihnen die Altkleidercontainer in München und Umgebung. Wer hier seine Altkleider einwirft, dem suggeriert das Rot-Kreuz-Emblem, dass seine Spende Gutes tut. Die Sammelcontainer erfreuen sich größter Beliebtheit. Schnell ist ein altes Kleidungsstück aussortiert, welches das Rote Kreuz umgehend einem Bedürftigen schenkt. So einfach kann helfen sein – denkt der Spender, sowie auch der Mitarbeiter der gemeinnützigen Einrichtung. .

In Wahrheit gelangen die meisten hier gesammelten Kleiderspenden leider nicht in der nächsten DRK-Kleiderstube. Die freiwilligen Helfer werfen die Spenden aus den Containern fleißig auf einen großen Lkw-Hänger, den das Rote Kreuz auf seinem Betriebshof abgestellt hat. Ist der Anhänger bis unter die Deckplanen vollgestopft, dann wird die gesamte Beute abgeholt. Die Mitarbeiter des Roten Kreuzes glauben zu wissen, was mit den gespendeten Altkleidern passiert. Nachdem sie in einer großen Sortieranlage bei Bitterfeld gesammelt würden, gingen die Kleiderspenden von dort direkt in die Krisengebiete der Welt. Sie glauben also nach wie vor etwas Gutes zu tun. Immerhin ermöglicht die Kleiderspende Hilfsbedürftigen zur würdigen Bekleidung, die sich diese doch sonst nicht leisten könnten.

Fast entspricht dieser Irrglaube sogar der Realität. Doch leider sind es nicht wirklich die Hilfsbedürftigen der Welt, denen diese Spenden zugutekommen. Zwischengeschaltet ist in diesem System eine global arbeitende, profitorientierte Branche, die die Kleidung in einem knallharten Geschäft verkauft.

Die Ausmaße der „Kleiderspenden“ bekämpfen vor Ort die Bekleidungsindustrie. Planierwalzengleich drängen ursprünglich geschenkte gebrauchte Kleider auf die Bekleidungsmärkte armer Länder.

Der eigentliche Wille der Spender wird spätestens in dem Moment ad absurdum geführt, in dem eine weiterverkaufte Kleiderspende die Taschen weniger Profiteure füllt, während ortsansässige Hersteller ihrer Existenz beraubt werden.

 

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